Schlaflose Nächte

Viele Menschen leiden unter Schlafstörungen und wissen nicht, wie sie dagegen angehen können. Sie wälzen sich Nacht für Nacht in ihren Betten und sehen den Uhrzeigern zu, wie sie die Stunde erreichen, in der sie wieder aufstehen müssen. Je näher die Stunde rückt, in der der Wecker klingelt, umso unruhiger werden sie, weil sie Angst haben, zu verschlafen. Erst, wenn es schon fast Zeit ist, aufzustehen, übermannt sie der Schlaf, und nach wenigen Minuten ist die Nacht dann auch schon vorbei. Sie stehen dann auf, sind den ganzen Tag wie gerädert, können sich auf nichts richtig konzentrieren, nur halbe Leistung bringen, und erwarten nichts sehnlicher, als den Abend, an dem sie dann endlich wieder ins Bett gehen können. Doch der Kreislauf beginnt von vorne: Kaum berührt der Kopf das Kissen, ist man wieder hellwach.

Schlaftabletten sind keine Lösung, denn die Medikamente machen, wenn sie nicht gerade pflanzlicher Basis sind, sehr schnell abhängig. In kürzester Zeit ist man in einem Kreislauf gefangen, in dem man sich am Abend mit Tabletten müde macht und am Morgen nur mit Muntermachern wieder wach bekommt. Wenn man dann noch zu Alkohol greift, ist man der Sucht schnell verfallen; hier gibt es nur die Therapie als einzigen Ausweg. Baden und ein Kräutertee sind bedeutend gesünder, als sich mit Chemie voll zu pumpen. Es gibt neben den Beruhigungstees auch Baldrianprodukte, die nicht so müde machen, dass man am Morgen kaum aufstehen kann.

Hat man einen Partner, der durch Schnarchen oder besonders unruhiges Schlafen die Nächte zum Tag macht, hilft nicht viel, außer sich getrennte Schlafzimmer zuzulegen. Bevor die Beziehung an der Schlaflosigkeit des einen Partners zerbricht, weil sich Frust und Ärger anstauen und immer wieder Streits entstehen, ist es besser, der Tatsache ins Auge zu sehen, und für einen Ausweichschlafplatz zu sorgen. Man kann ja trotzdem zusammen ins Bett gehen, miteinander kuscheln oder auch mehr, und dann einfach wieder getrennte Wege gehen. Natürlich ist es auch möglich, sich morgens in das gemeinsame Bett zu gesellen, um gemeinsam wach zu werden und die ersten Minuten des Tages gemeinsam zu verbringen. Manche Beziehung ist wirklich nur deswegen intakt, weil man sich früh genug die Wahrheit eingestanden hat, und auf das gemeinsame Schlafzimmer verzichtete.

Sollte man wirklich über einen längeren Zeitraum schlecht ein- oder durchschlafen können, muss man sich überlegen, ob man nicht besser zu einem Arzt gehen sollte. Es kann durchaus sein, dass die Störung gesundheitliche Ursachen hat, die zu beheben sind. Eine Therapie in einem Schlaflabor, wo die Schlafgewohnheiten unter die Lupe genommen werden, ist anzuraten; auch wenn zum Beispiel das eigene Schnarchen das Schlafen unmöglich macht. Akupunktur, eine Medikation vom Facharzt, aber auch das erneute Erlernen und Antrainieren eines ausgewogenen Schlafrhythmus kann Abhilfe schaffen und aus einem unzufriedenen und vor Schlaflosigkeit kranken Menschen wieder eine glückliche Person machen, die auch aktiv an ihrem Leben arbeiten kann.

Selbst kann man eigentlich kaum etwas an den Gewohnheiten, die man sich im Laufe der Zeit angeeignet hat, ändern. Auch, wenn man sich zwingt, ins Bett zu gehen, wird sich die Müdigkeit nicht einstellen, nur weil man sich das so wünscht. Leidet man an Schlaflosigkeit bei Vollmond, kann man vielleicht mit Rollos etwas bezwecken; stören einen Schläfer die Geräusche einer Straße, die am Haus vorbeiführt, kann die Verlegung vom Schlafzimmer Wunder bewirken. Auch besondere Fenster, die extra lärmgedämmt sind, kann man einbauen lassen. Wenn alle Selbstversuche scheitern, muss man unbedingt zu einem Arzt gehen, denn auf Dauer nur wenige Stunden am Tag zu schlafen, kann im wahrsten Sinne des Wortes krank machen. Jeder Mensch hat Phasen, in denen er schlechter schläft, als normal. Stress im Beruf oder Prüfungsangst können beispielsweise Auslöser sein; tritt nach wenigen Wochen keine Besserung auf, ist der Arztbesuch unerlässlich.




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